Juristen erobern die Sportbranche

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Am 25.6.2015 kam es in der Cserni Bar erstmals zu einem Gipfeltreffen zwischen Sportanwälten und hochkarätigen Vertretern der Sportbranche kam. Diese Auftaktveranstaltung trug den Namen „LawMeetsSports“ und soll quartalsweise wiederholt werden. „Der regelmäßige Austausch zu sportrechtlichen Themen kann für beide Seiten nur von Vorteil sein,“ so Christina Toth, Initiatorin der Veranstaltung.

Athletenvereinbarung, Fenninger und der ÖSV

„Sportsponsoring unter der Rechtslupe“, war das Motto des Abends, wobei aus aktuellem Anlass das Thema Anna Fenninger vs. ÖSV im Mittelpunkt stand. Aus juristischer Sicht erläuterte Thomas Wallentin (KSW Rechtsanwälte) die rechtliche Einbettung des Verhältnisses „Verband – Athlet“. Gerade im Hinblick auf die Ausgestaltung der rechtlichen Nutzung der Persönlichkeitsrechte gibt es enormen Klärungsbedarf. Während Wallentin ein Plädoyer für die Athletenerklärung hielt, machte er gleichzeitig auf die Gefahren eines Marktmissbrauchs durch den Verband aufmerksam.

Hans-Willy Brockes, Geschäftsführer des ESB Marketing Netzwerks befasst sich seit über 20 Jahren mit Sportsponsoring. Ihm ging die Diskussion nicht weit genug. „Im professionellen Sport ist es zentral, dass es klare Regelungen über die Nutzung der Marketing-Rechte geben muss. Die Verquickung des Sportbetriebes und der Nutzung der Marketingrechte im Rahmen von Athletenvereinbarungen sind nicht zeitgerecht“.

Es gibt ein Leben nach dem Sport

Michi Holzer, Geschäftsführer von mensch&marke und Vertreter zahlreicher Spitzensportler wies darauf hin, dass das ewige Argument – der Athlet habe lediglich wenige Jahre, um so viel Geld wie möglich zu verdienen – schlichtweg nicht halte. Es gäbe manigfaltige Möglichkeiten für Sportler auch Karriere nach dem aktiven Sport zu machen. Er verwies dabei unter anderem auf das Beispiel Felix Gottwald, der mittlerweile erfolgreich als Keynote-Speaker durch die Lande zieht.

Ist das System noch zeitgemäß?

Aber nicht nur Fenninger und der ÖSV wurden heiß diskutiert. Die Teilnehmer warfen auch ganz generelle Fragen zum System im Sport auf. Ist das Verbands- und Vereinssystem noch zeitgemäß? Sind Sportvereine nicht schon längst Unternehmen, die nach dem amerikanischen Vorbild in Kapitalgesellschaften organisiert werden müssten? Klare Antworten darauf gab es an diesem Abend nicht, sehr wohl aber die einhellige Meinung, dass es eine Diskussion über dahingehende Weiterentwicklungen geben müsse.

LawMeetsSports geht in die nächste Runde

Mit knapp 70 Teilnehmern, darunter Ex-Bayern Star Carsten Jancker, VdF- Geschäftsfüherer Rudi Novotny und Bundesliga-Vertreter Elisabeth Kadlec und Patrick Lenhart, war die Auftaktveranstaltung zu LawMeetsSports eine voller Erfolg. Der regelmäßige Austausch zwischen Sport und Recht wurde von allen Anwesenden als längst überfällig begrüßt.

LawMeetsSports geht also in die nächste Runde und wird zum vierteljährlichen Fixpunkt für Vertreter aus Recht und Sport. Der nächste Termin steht bereits fest: am Donnerstag, den 24.9.2015 diskutieren Experten zum Thema Matchfixing. Was hat sich zwei Jahre nach Taboga getan? Die Veranstaltung wird in Kooperation mit dem Play Fair Code – dem Verein zur Wahrung der Integrität im Sport – durchgeführt.
Weitere Infos und Fotos zur Veranstaltung finden Sie hier .

 

FOTO: NUKO

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Christina Toth
Die Autorin ist Rechtsanwältin und Initiatorin von LAW MEETS SPORTS. Neben ihrer Begeisterung für Sport und Recht berät Christina mit ihrer Agentur mandatum Kollegen auch in sämtlichen Bereichen des Kanzleimarketings. Sie erreichen Christina unter c.toth@lawmeetssports.at.

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