Sportrecht – eine neue universitäre Ausbildungsschiene ab März 2016

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Donau-Universität Krems mit neuem Masterlehrgang

 Krems (kpr). „ÖSV suspendiert Harald Wurm“, „Onisiwos Spielervertrag ungültig“, „IAAF suspendiert gesamten russischen Leichtathletikverband“: Nicht nur solche Schlagzeilen aus der Welt des Profisports haben fast immer einen rechtlichen Hintergrund, auch Breiten- Vereins- und Schulsport sehen sich auf allen Ebenen mit juristischen Fragestellungen konfrontiert. Und obwohl Sport in Österreich wirtschaftlich betrachtet einen der größten Märkte überhaupt darstellt und Expertise im Sportrecht somit sehr gefragt ist, gab es bis dato keine Ausbildungsmöglichkeiten in dieser wichtigen „Nische“ rechtlichen Fachwissens. Die Donau-Universität Krems schließt diese Lücke ab März 2016 und startet neue Studienprogramme, in denen Sportrecht erstmals als eigene akademische Studienrichtung angeboten wird. In mehrtägigen Modulen, die ca. 1x pro Monat berufs- und sportgerecht stattfinden, kann man sich ab sofort zum Sportrechtsexperten ausbilden lassen.

Die Verrechtlichung des Sports ist ein stärker werdender Trend. Damit verbundene Fragen berühren Athleten, Verbände, Vereine ebenso wie Sponsoren und Fans. „Bis dato fehlt aber paradoxerweise gerade im Sportland Österreich eine systematische Auseinandersetzung mit den rechtlichen Aspekten im Sport – Deutschland und die Schweiz sind uns hier voraus“, meint Thomas Ratka, Universitätsprofessor für Wirtschaftsrecht an der Donau-Universität Krems.

Verrechtlichung des Sports

Auch die Professionalisierung des Breitensports und damit der Sportvereine verlangt nach Personen, die über tiefergehende juristische Kompetenzen im Sportrecht verfügen. Immer mehr Rechtsanwaltskanzleien entdecken diese Querschnittsmaterie zwischen privatem und öffentlichem Recht als neues Spezialgebiet, dessen Potenzial dennoch erst in den Kinderschuhen steckt.

Hochkarätige Faculty – die führenden Sportrechtsexperten des deutschsprachigen Raums

Eine gute Ausbildung im Sportrecht vermittelt nicht nur Rechtskenntnisse in den einzelnen Materien – zum Beispiel im Haftungs- oder Anlagenrecht – sondern umfasst auch Kenntnisse in (Sport-) Betriebswirtschaft, Personalmanagement und im Organisationswesen. Genau hier setzt das Ausbildungskonzept der Uni Krems an: Um etwa Haftungsfragen im Bergsport beurteilen zu können, wird zusätzlich vermittelt, was am Berg überhaupt schiefgehen kann, um Verbandsrecht zu verstehen, wird auch gelehrt, was in den Sportverbänden betriebswirtschaftlich spezifisch vor sich geht. Ratka freut sich: „Es ist uns gelungen, die besten Sportrechtsexperten im deutschsprachigen Raum in der Faculty dieses neuen Studiums zu vereinen“.

Heterogene Teilnehmerstruktur: Sportler und Juristen an einem Tisch

Dabei muss man nicht unbedingt Jurist sein, um Sportrechtsexperte werden zu können! Der Lehrgang wendet sich einerseits an Rechtsanwälte und mit sportrechtlichen Fragen befasse Juristen, aber auch an Verbandsfunktionäre, Sportmanager, Athletenberater, Agenturen, Eventmanager und alle diejenigen, die sich für ihre berufliche Laufbahn auf Sportrecht spezialisieren wollen. Rechtsexperten erhalten Expertise im Sportwesen, Sportexperten juristisches Fachwissen – das fördert auch die Perspektiven von Sportlern für ihre „Karriere nach der Karriere“.

Ratka: „Unter den bisherigen Anmeldungen finden sich nicht nur Juristen, Verbandsfunktionäre, Sportmanager und Veranstalter, sondern auch viele ehemalige Profisportler – sogar Olympiasieger und Weltmeister finden sich unter den Teilnehmern“.

Das fördere nicht nur den interdisziplinären Dialog zwischen Sport- und Rechtswissenschaft, sondern auch „das Einbringen unterschiedlicher Perspektiven in einzelne juristische Fragestellungen im Sport“, meint Mag. Christina Toth, Lehrgangsleiterin und Geschäftsführerin der Initiative „Law meets Sports“. Dadurch komme es „fast automatisch zu einem gegenseitigen Voneinanderlernen“.

Studienvarianten

Das berufsbegleitende Sportrechtsstudium startet ab März 2016 in drei Varianten:

  • M.-Studium, 4 Semester berufsbegleitend, 90 ECTS
  • MLS-Studium, 5 Semester, 90 ECTS
  • „Akademische/r Sportrechtsexperte/in“, 3 Semester berufsbegleitend, 60 ECTS

Nähere Informationen / Rückfragenachweis:
http://www.donau-uni.ac.at/de/studium/sportrecht/index.php

Elvira Kaiblinger
Telefon: +43 (0)2732 893-2402,  Fax: +43 (0)2732 893-4400
E-Mail: elvira.kaiblinger@donau-uni.ac.at

Thomas Ratka, Universitätsprofessor für Wirtschaftsrecht an der Donau-Universität Krems

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